Der Muskel als „Instrument“ zur Kommunikation – warum?

Was unterscheidet UKK von anderen Hilfsmitteln zur Kommunikation?

Einer der größten Unterschiede zwischen Kommunikation via Hilfsmitteln (Tafeln, Faciliated Communication – FC....) und gesprochener Sprache ist die Geschwindigkeit. Beim Sprechen werden 126 bis 172 Wörter pro Minute geäußert.

Für Menschen die körperlich zum Beispiel durch Krankheit oder Behinderung sehr eingeschränkt sind, ist es eine große Anstrengung auf ein Symbol oder einen Buchstaben zu zeigen. Auch für kurze Mitteilungen ist ein hoher Zeit- Arbeits- und Kraftaufwand erforderlich. Kommunikation kann sich oft nur auf ein Minimum beschränken.

Hingegen nimmt der menschliche Körper innerhalb von Sekundenbruchteilen äußere Reize auf und bewertet sie. Genauso schnell ist er in der Lage auf Fragen Antworten zu geben, die sich an der Muskelspannung eines Testmuskels ablesen lassen.

Da es möglich ist diese Muskelspannung auch über Ersatzpersonen (Surrogat) zu testen, bedeutet Kommunikation mithilfe eines Testmuskels keinerlei Anstrengung für eine körperlich eingeschränkte Person. Es findet ein rascher Austausch statt. Es bleibt Zeit und Kraft auch zum Gespräch über „Kleinigkeiten”, die das Leben lebenswert machen (z.B. „Gestern war die Oma wieder bei mir. Ich habe sie so lieb. Bitte sag ihr das!”).

Natürlich kann die Kommunikation via Testmuskel nicht die menschliche Sprache ersetzen und mithilfe von FC können ganz andere Aussagen gemacht werden als durch UKK. In Krisensituationen, in denen jede weitere Anstrengung zu viel ist, hat es sich jedoch bewährt auch mit den Menschen über UKK zu arbeiten, die eigentlich z.B. FC schreiben können.

Ein verantwortungsvoller, an den jeweiligen Bedürfnissen orientierter Einsatz von allen bekannten Kommunikationsformen, bringt mit Sicherheit den größten Nutzen. 

Es freut mich sehr, dass UKK inzwischen in vielen Einrichtungen und Institutionen zur Angebotspalette für Kommunikationshilfen gehört.